AG Kino- und Filmgeschichte
Geheimnisse und ein weltberühmtes Zimmer
Von Michael Zock
Schon in den ersten Stummfilmen wurden schwarz-weiße Geheimnisse auf die Leinwand gebracht. Das hat sich seit über 100 Jahren nicht geändert. Mitunter trifft Kino aber auf Realität. Die Suche nach dem legendären Bernsteinzimmer wurde auch in der DDR aufgenommen, beispielsweise durch Werner Enke, der in einem Buch darüber berichtete. 1987 begann Regisseur Roland Gräf sich für dieses Zimmer zu interessieren und es entstand eine der letzten umfänglichen DEFA-Produktionen. Gräf mischt in Die Spur des Bernsteinzimmers sehr gekonnt und unbedenklich die Genres. Sein Film ist durchaus Krimi u n d Komödie, garantiert somit beste Unterhaltung.
Nichts wird ernst genommen, es entsteht ein Hauch von eleganter Ironie. „Schuld“ daran sind natürlich die Hauptdarsteller: Corinna Harfouch, Kurt Böwe, Uwe Kockisch, Michael Gwisdek und Ulrich Tukur. Allerdings alle 35 Jahre jünger. Für Ulrich Tukur, damals bundesdeutscher Jungschauspieler mit Starqualitäten, blieb es die erste und einzige DEFA-Mitwirkung. Außergewöhnlich die erzeugte Bildsprache, denn Gräf war auch studierter Kameramann und blieb ungern nur im Studio. Für ihn war Natur ein Hauptdarsteller mit Charme und Hintergrund. Zu hören sind dabei Richard-Wagner-Motive als mehrdeutige Filmmusik. Am Ende aber bleibt ein Geheimnis! Wir sehen uns am 29. Mai ab 19 Uhr?
Unsere AG geht ab Juni in die Sommerpause und freut sich auf erneute Wiederbegegnungen und Gespräche im September.
AG Kino- und Filmgeschichte
Gefeiert und vergessen?
Freitag, 29. Mai, 19 Uhr
