Spanische Küche: Meeresfrüchte- Paella nach Art des Großvaters

Von Beate Schuhr

Queridos vecinos!
Sie merken es schon, heute sind wir zu Gast in Spanien. In unserem Viertel gibt es feinste spanische Küche – mit Liebe zubereitet. Bevor wir anfangen zu kochen, genießen Sie zunächst eine spanisch-deutsche Liebesgeschichte.

Spanische Küche: Meeresfrüchte-Paella nach Art des Großvaters
Die zweite Folge unserer Reihe beginnt in Barcelona. Eine Studentin erhält ein Erasmus-Stipendium und macht sich im Jahr 2002 auf die Reise nach Leipzig. Ein halbes Jahr soll der Aufenthalt dauern, um das Studium als Dolmetscherin und Übersetzerin für Spanisch, Deutsch und Portugiesisch abzuschließen. Für diese sechs Monate sucht die junge Frau ein WG-Zimmer und findet den Mann fürs Leben. „Er hat mir sein Zimmer vermietet.“ Ein sehr bodenständiger Mann aus Annaberg-Buchholz im Erzgebirge trifft auf eine sehr lebhafte Frau aus Barcelona. Kann das gut gehen? Ja. „Aus der Studentenliebelei wurde eine Liebe, daraus eine Ehe und heute haben wir zwei Kinder – zwei spanische Räuchermännchen.“

Wir gehen in Richtung Küche. „Mein Mann ist ein begabter Koch“, erfahre ich, „seine Liebe zur spanischen Küche, seine Art zu kochen und das Essen waren fantastisch. Da hab‘ ich mich immer mehr in ihn verliebt.“ Die Meeresfrüchte-Paella ist kein Alltagsessen. Zuhause, in Barcelona, wurde sie am Sonntag von der Großmutter für die Familie zubereitet. Wir dürfen die Art der Zubereitung für „Paella de marisco del yayo“ vom Vater übernehmen. Das Wort für „Meeresfrüchte“ haben Sie sicher gleich erkannt, aber wer ist Yayo? Yayo ist das katalanische Wort für Opa.

Los geht’s: Ein Kilo Fleischtomaten auf der Gemüsereibe reiben, eine Gemüsezwiebel hacken und zwei Liter Fischfond erwärmen. Olivenöl in die vorgewärmte Paella-Pfanne geben und mit Tomaten und Zwiebeln bei mittlerer Hitze durchrühren, bis ein Großteil des Wassers verdampft ist. Zwei rote Paprika dazugeben, die Hitze erhöhen und ständig weiterrühren, bei Bedarf Olivenöl zugeben, mit Fond ablöschen. 200 g grüne Bohnen, Fischstücke und Meeresfrüchte dazugeben und alles mit Fond bedecken. Sobald es zu köcheln beginnt, die Hitze reduzieren und leicht salzen. Danach die Muscheln dazugeben. In der Zwischenzeit einen halben Liter Fischfond mit dem Safran aufkochen und fünf Minuten kochen lassen. Jetzt 600 g Reis über die gesamte Paella geben und mit dem Safranfond bedecken. Den Pfanneninhalt für drei Minuten bei voller Hitze zum Kochen bringen. Die Zutaten müssen mit Fond bedeckt sein. 200 g grüne Erbsen und pro Person ein bis zwei Gambas dazugeben, ein letztes Mal umrühren und die Hitze reduzieren. Alle 10 Minuten mit Fischfond aufgießen und nur noch leicht köcheln. Wenn die Flüssigkeit vollständig eingekocht ist, gegebenenfalls salzen. Wenn es anfängt zu brutzeln, in die Mitte ein halbes Glas Weißwein gießen. Abgedeckt drei Minuten ruhen lassen.

Während wir warten, möchte ich Ihnen zum Abschluss den Anfang der Geschichte erzählen: Vor 50 Jahren reist eine junge Hamburgerin nach Barcelona, um spanisch zu lernen. Sie verliebt sich, der Sprachkurs geht zu Ende und sie bleibt. „Ich habe einen spanischen Papa und eine Hamburger Mama. Die Geschichte hat sich wiederholt.“ Jetzt ist das Essen fertig. Mit Zitronenspalten, den Gambas und den Muscheln garnieren. Buen provecho!

Das, liebe Nachbarn, war die zweite Folge von „Kochen ohne Grenzen“. Möchten Sie bei einer der nächsten Folgen selbst dabei sein? Geben Sie uns einen Einblick in Ihre Küche.

Ergänzend zum Text in der Print-Ausgabe der Waldstrassenviertel-Nachrichten finden Sie hier zu jeder Folge das Kurz-Interview ‚In der Küche‘.  Willkommen in den Küchen Ihrer Nachbarn!

In der Küche: Tobias

Seit wann kochen Sie? Als Hilfe im Haushalt schon als Kind, ansonsten seit der Studienzeit.

Wie haben Sie gelernt, zu kochen? Bei Oma kochen, bei Mama backen… später mit den ersten Fernsehköchen. Und mein Lieblingskochbuch: Das Schlampen-Kochbuch. Basis aller Improvisation.

Für wen kochen Sie am liebsten? Familie und Freunde

Kochen Sie nach Rezept? Eher nicht, nur sehr spezielle oder ganz traditionelle Gerichte.

Gibt es spezielle Anlässe und dazu spezielle Gerichte? Nein, gekocht wird immer nach Lust und Laune – oder was der Kühlschrank gerade offeriert.

Tragen Sie beim Kochen eine Schürze? Nein

Worauf können Sie beim Kochen nicht verzichten? Gutes Kochwerkzeug, da macht sich die Arbeit von allein.

Gibt es ein Gericht, das immer gelingt? Pfannkuchen – weil einfach und immer lecker.

Und was gibt ‘s sonst noch? Vieles aus der spanischen Küche.

Foto: Archiv Beate Schuhr

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